Rock im Ausnahmezustand – die friedliche Anarchie von Musikfestivals

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Vergangenes Wochenende kam es zur alljährlichen Invasion von Nürnberg: um die 80 000 Rockfans schlugen für Rock im Park ihre Zelte auf. Und innerhalb dieser drei Tage muss man dabei zusehen, wie zwischen Campingplatz und Konzerten von Bands mit jahrzehntelangem Welterfolg die Werte unserer Zivilisation in Frage gestellt werden und das Ergebnis davon sogar durchaus erfreulich ist; Festivals sind der einzige Ort, an dem Anarchie funktioniert. Doch wie geht das alles gut, warum

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tue ich mir das immer wieder an und habe sogar Freude daran und vor allem: warum brauchen eigentlich erwachsene Menschen das zumindest einmal im Jahr?

Bier zum Frühstück, drei Tage nicht duschen und wildfremde Leute, darunter Polizisten, zum spontanen Limbo animieren – Dinge, die einem im Alltag meist gar nicht erst in den Sinn kämen, sind bei Rock im Park Gang und Gäbe. Jeder tut was er will, wo er will und wann er will – ein anarchistischer Zustand frei unter dem Motto „Einfach mal assi sein“. Ich pflege meine Gewohnheit, zu Rockfestivals zu gehen nun schon seit sieben Jahren, und obwohl mir meine Eintrittskarte zu Rock im Park 2012 eigentlich dazu diente, mir den Kindheitstraum zu erfüllen, die Band Metallica einmal live auf der Bühne zu erleben, so ist das Drumherum doch fast das beeindruckendere Erlebnis.

Das faszinierende ist, dass man bei jemanden, den man auf einem Festival kennenlernt, unmöglich einschätzen kann, was für ein Mensch er im Alltag wäre. Diente Woodstock 1968 noch dazu, das Lebensgefühl einer Generation auszudrücken, so bilden vergleichbare Veranstaltungen heute eher einen Gegenpol dazu. Denn der junge Mann im Krokodilkostüm und den an den Händen festgeklebten Bierdosen ist im echten Leben vermutlich ein Student kurz vor dem Abschluss, der sich schon in wenigen Jahren mit einem angesehen Job und einer eigenen Familie tadellos in die Gesellschaft eingliedern wird. Vielleicht ist er auch schon so weit – und nimmt sich

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nur gerade drei Tage Auszeit, um von gesellschaftlichen Werten unterdrückte Bedürfnisse in den Bau einer drei Meter hohen Figur aus leeren Bierdosen zu projizieren und damit nebenbei die ungeheure Kreativität, die aus kollektivem Alkoholgenuss erwächst, zu beweisen.

Alkohol fließt in Strömen und 80 000 Menschen zelten und feiern auf engstem Raum, trotzdem läuft meistens alles friedlich ab. Obwohl die Müllberge, Grölen zu lauter Musik und schnapsvernebelte Gemüter auf etwas anderes schließen lassen, gibt es wohl kaum einen Ort, der so sicher vor schweren Verbrechen ist, sofern man Lärmbelästigung nicht dazu zählt. Gewalttätigkeit kommt bei Festivalbesuchern äußerst selten vor, selbst Diebstähle und Drogenhandel halten sich, obwohl sie sich in entsprechendem Ambiente mehr als anbieten, meist auf einem minimalen Level. Das liegt zum einen sicherlich an dem unglaublichen Zusammengehörigkeitsgefühl – mitunter der schönste Effekt von Festivals. Eigentlich ist jeder, zumindest solange sich zusammen auf Konzert oder Campingplatz befindet, ein Freund, schon allein, weil man die Interessen teilt, gute Musik zu hören und mal heftig die Sau rauszulassen. Man hilft sich gegenseitig wo es geht und wird meist schon bei einem kurzen Gang Richtung Dixieklo von mindestens einer Gruppe partywütiger Halbstarker auf etwas zu trinken oder die Teilnahme an einem selbst kreierten Spiel eingeladen.

Ein weiterer Grund dafür, dass die vermeintliche Anarchie hier funktioniert ist aber wahrscheinlich auch, dass Rock inzwischen keine Subkultur, sondern ein Massenphänomen geworden ist. Die Besucher von Rock im Park sind schon allein wegen des saftigen Ticketpreises von 160 Euro keine kleine Gruppe von Punks, die sich im Stil der Sex Pistols durch auf der Straße Herumlungern und Wände besprühen gegen die Gesellschaft auflehnen. Die meisten Gäste sind vermutlich Schüler und Studenten aus gutbürgerlichen Familien – und sobald sie nach Hause kommen, waschen sie wahrscheinlich auch die grüne Haarfarbe aus und tauschen ihre schlammigen Springerstiefel wieder gegen saubere Turnschuhe. Was sie aber auch dann nicht ablegen, ist ihre Liebe zur Rockmusik.

Angesichts all dessen erscheint die Musik schon fast nebensächlich. Letztendlich ist es aber doch die, weshalb man das auf sich nimmt, was man fast schon als Strapazen bezeichnen könnte. Festivals sind beim besten Willen nichts für schwache Nerven. Man muss Hitze, Kälte, Regen, lange Fußmärsche und langes Stehen aushalten und vor allem sollte man entweder trotz Lärm gut schlafen können oder in der Lage sein, ein paar Nächte durchzumachen. Aber wenn man alles so angeht, wie man es angehen sollte, fällt man nach dem letzten Konzert so wie so nur noch ins Zelt und schläft trotz Party am Nachbarzelt wie ein Baby.

Und spätestens, wenn Musiklegenden wie Metallica schließlich live vor einem stehen, weiß man, dass sich alles gelohnt hat. Bemerkenswert ist, dass die meisten Headliner bereits ein stolzes Alter aufweisen, ihr Gründungsjahr mag sogar das Geburtsjahr des durchschnittlichen Festivalbesuchers sein. Solange die Toten Hosen, Metallica und Motörhead allerdings noch existieren und auftreten, so erscheint es beinahe wie Blasphemie, ihnen den Platz als Headliner abzusprechen. Metallica zeigten sich auch nach über zwei Jahrzehnten wenn auch von Krisen durchwachsener Erfolgsgeschichte überraschend publikumsnah und bodenständig. „We’re here to make you feel good!“, verspricht Sänger James Hetfield der vor Begeisterung tobenden Menge, nachdem Kirk Hammett mit seinem trotz hartem Sound unglaublichen Feingefühl seiner Gitarre den letzten energiegeladenen Akkord von „Enter Sandman“ entlockt hat. Keine Spur von Arroganz und eine Band, die sichtlich Spaß an ihrer eigenen Musik hat.

Tote-Hosen-Sänger Campino, der in wenigen Wochen seinen fünfzigsten Geburtstag feiern wird, bewies, dass er trotz gelebtem Rock’n'Roll weder körperlich noch geistig gealtert ist. Eine verrückte Wette mit seinen Roadies verleitete ihn zu einer Aktion, bei der er seinem Publikum so nah kam wie kaum ein Rockstar. Seine Mission war es, eine Bierdose von der Bühne bis auf den Turm des Tontechnikers zu bringen, dazu ließ er von seinen Fans dorthin tragen, um den Turm mit Mikrophon

und Dose in der Hand noch beinahe tadellos singend hochzuklettern und beim nächsten Song den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen. Hätte er die Aufgabe nicht erfüllt und sie zufällig auch überlebt, so hätte er am Abend die Minibar-Rechnung einer Fünfzig-Mann-Crew am Hals gehabt. Dank treuer Unterstützung seiner Fans und herausragender Kletterleistung war das aber nicht nötig. Neben ihren eigenen großen Hits versuchten sich die Toten Hosen auch an Cover-Versionen. Mit „Schrei nach Liebe“ zeigten sie, dass der ewige Konkurrenzkampf mit den Ärzten vorbei ist und sie bereit sind, sich mit ihnen den ersten Platz der derzeit wichtigsten deutschen Punkrockband zu teilen, während sie mit ihren Interpretationen von Bad Religion und den Ramones den Punklegenden ein Denkmal setzten – schließlich sind sie selber auch Kinder der ursprünglichen Punkbewegung.

Am Sonntag als letzten Festivaltag hatte sich nicht nur schon einiges wegen des schlechten Wetters gelichtet – noch dazu teilten die zwei Headliner Linkin Park und Motörhead an diesem Abend das Publikum in zwei Lager auf, da sie sich

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teilweise zeitlich überschnitten. Und auch wenn Linkin Park etwas besser besucht waren und einen Fan sogar auf der Bühne seiner Freundin einen Heiratsantrag machen ließen – allein die Tatsache, dass Sänger Lemmy von Motörhead mit seinem für Rocker biblischen Alter von sechsundsechzig Jahren noch lebt, ist es wert, der Heavy-Metal-Legende zumindest einen kleinen Besuch abzustatten.

So wird jedes Festival auf seine Weise zu einem historischen Moment und ist aus zweierlei Hinsicht kulturell wertvoll. Nicht nur, weil sich auf der Bühne alte und junge Künstler aus aller Welt tummeln und das zum Besten geben, woran sie glauben, sondern auch weil die Besucher ihre ganz eigene Kultur bilden. Und was auch immer unsere Generation mit ihrer Kunst aus leeren Bierdosen und zwei Meter großen aufblasbaren Gummipenissen ausdrücken möchte – man wird sich in ein paar Jahrzehnten sicher noch daran erinnern.