Ich fahre, du läufst

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Eine verschneite, leicht vereiste Winterlandschaft breitet sich vor mir aus. Es hat minus 4 Grad, gefühlt ist es kälter. Hinter mir fährt ein Auto heran. Langsam und vorsichtig biegt es auf den breiten Wanderpfad. Aus dem Auspuff raucht die Autoheizung Abgase in mein Gesicht. Eine dunkelbraune Leine hängt aus dem fast ganz verschlossenen Nebenfahrerfenster. Am anderen Ende hechelt ein blonder Golden Retriever, der eigentlich die kommende Birke markieren möchte – doch das motorisierte Herrchen zieht schon weiter. Ein Anblick zum Reflektieren.

Sie liegt einem auf der Zunge, diese abgegriffene Phrase: In welcher Welt leben wir eigentlich? In einer, in der Pudel mit Söckchen und Morgenrock ausgestattet werden und im Winter Moonboots tragen. In einer, in der sich der Mensch spy track phone ein Haustier anschafft, aber zu faul ist, ihm die Zeit zu widmen, die es braucht. So weit, so schlecht.

Nehmen wir an, der Hundebesitzer wäre über 70 und gebrechlich (ob er dann noch Auto fahren sollte, sei dahingestellt). Dann wäre solch eine Situation nicht ganz so skurril. Doch ein circa 35-Jähriger, der es bei minus 4 Grad einfach schon zu kalt und zu anstrengend findet, mit seinem Hund eine Runde durch den Wald zu laufen, das lässt einen staunen. Und ist es wirklich diese Faulheit, die uns zu spy phone app com solchem Handeln drängt? Wer sind wir? Wer sind wir geworden? Rasender Stillstand zwingt uns zur Optimierung. Natürlich essen wir lieber Take-Away, ckecken unsere Mails auf dem Hometrainer und buchen das Spa-Wochenende für den kommenden Feiertag. Zeitverlust ist Geschichte. Wir sind die optimierte Schnellgeschwindigkeitsgeneration von Morgen. Für was Anzeichen wie Burn-Out, verschiedenste Intoleranzen und die überhandnehmende Zukunftsangst der jungen Generation sprechen, brauchen wir nicht mehr zu erörtern.

Moderne Philosophen predigen Muse, zur Ruhe zu kommen – doch genau dies http://essayonline-club.com/ fürchtet oder verabscheut der Mensch heute. Wir können nicht zur Ruhe kommen. Das hieße zwangsläufig, sich mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Und das ist strengstens zu vermeiden. Unterhaltung ist unsere Medizin, von der wir uns viel zu gerne abhängig machen lassen. Selbstfindungstrips, psychologische Betreuung und Yoga retten uns nicht vor uns selbst. Natürlich können sie entspannende Ablenkung vom pausenlosen Negativreflektieren über das eigene Ich herbeiführen; sie können einem Offenheit und das Abladen der Gedankenlast anbieten; sie suggerieren: Ihnen kann geholfen do my homework werden. Aber abends – allein – sieht das wieder ganz anders aus. Wie Brecht schon viel früher angemerkt hat: Wir leben im „Paradies der Hölle“. Die Zeit schreibt: „Jetzt oder nie!“. Der Mensch dürfe den magischen Moment, den die alten Griechen „Kairos“ nannten, nicht
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verpassen. „Wir sollten nicht eine Sensation nach der anderen erfinden, sondern auf Beharrlichkeit setzen“, so ein Zen-Mönch aus Kiel.
Doch wie können wir solch eine Anleitung zum Glücklichsein wahrnehmen? Bei all der selbsterteilten Hektik, in die wir uns tagtäglich hineinmanövrieren? Die “Hohe Luft” schreibt unserer Generation „eine Kultur der Hyperaktivität [zu]: Wir sind, was wir tun!“. Belebt und lebendig, solange wir damit beschäftigt sind, etwas erreichen zu wollen. Ein paar Schritte mit dem Hund durch die leicht melancholisch anmutende Winterlandschaft zu riskieren, wäre da absoluter Masochismus. Doch steckt das tatsächliche Paradies nicht gerade in der Seelenruhe, die man nur mit Gelassenheit gegenüber sich http://spycellphone24h.com/ selbst zu erreichen scheint?

Die Philosophin Hannah Arendt schreibt in ihrem Buch „Vita activa“, dass das gute Leben möglicherweise viel weniger ein Produkt ist, das sich sehen lassen kann, sondern vielmehr die Art zu sein scheint, wie wir das Leben in Beziehung zu den Dingen sehen – manchmal gerade ohne etwas zu tun. Von Bedeutung ist also nicht eine grenzenlose Neutralität, also kein passives ‚Vorbeiziehenlassen’ von emotional aufgeladenen Wolken, die in unseren Köpfen hängen bleiben, sondern eine Standpunktbildung. Wo stehe ich, was hat das zu bedeuten und was kann ich damit machen? Der Weg scheint hier vielleicht wirklich das Ziel zu realisieren. Reflexion über die eigene Position ist Teil einer Gelassenheit, die „kein passives Loslassen sondern ein schöpferisches Tun, das frei von Zwecken oder geschäftlichen Zwängen ist“ darstellt. So meint der antike Stoiker Epiktet weiter, man solle danach streben, sich nicht einfach von der eigenen falschen Vorstellung fortreißen zu lassen. Sobald wir Zeit für Überlegungen gewonnen haben, können wir leichter Herr über uns werden.

Führt man all die Aussagen, Ansichten und Ansätze zusammen, bildet sich ein zentrales Kernstück: Die Reflexion ist Ausgangspunkt aller Wege, die uns Hilfe sein soll, um uns besser zu fühlen, möglicherweise glücklich zu werden.

Doch ist für das Nachdenken der Winterwaldspaziergang mit unserem Hund unumgänglich. Kein Autoauspuffgeräusch, kein ablenkendes Radio, keine CD mit den Lieblingssongs zum mitsummen. Nein. Das hypnotische Geräusch der eigenen Schritte sollte viel mehr Heilung versprechen, sich der Selbstliebe wieder anzunähern. Wie schon Seneca schreibt, liegt der Ursprung eines glücklichen Lebens darin, „sich selbst Wohlgefallen zu bereiten.“ Wir müssen uns uns selbst zuwenden, um die eigenen Fähigkeiten und Begabungen bewusst auszuprägen – immer in Bezug zur Außenwelt, aber ohne in der Welt der Dinge eine Kompensation für den eigenen Mangel an Selbstliebe zu suchen. Probiert es doch am besten mal selbst. Mit oder ohne Hund. Schneeschuhe an, Ablenkung aus. Raus. Gedanken brauchen Freilauf.