Fremder Freund

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Ein Freund. Das ist ein liebenswerter, verlässlicher Wegbegleiter, den ich kenne, der mich kennt. Mit all unseren Seiten. Er vertraut und ich vertraue. Das Vertrauen ist das Grundgerüst. Ich weiß, was er meint, wenn er gestikulierend nach einem Wort in seinem Geiste Ausschau hält. Er weiß es bei mir nicht minder. Die Aufrichtigkeit in seinen Augen schaut mich an. Ich fühle mich sicher. Heute ist es anders.

Das Moderne face-to-face hat sich zurückgezogen. In den sauerstofflosen Reichen der Treffarmen herrscht tippfreudige Stimmung. Einfach ist es geworden. Passt mir ein Treffen doch nicht so recht, schreibe ich eine kurze Mail, sie wird es sicherlich rechtzeitig lesen. Wenn nicht – ich habe ihr geschrieben! Die Wahrheit lässt sich leichter ausbreiten, sie ist so schwerlich und schmerzlich gesagt, so schnell und leicht ist sie geschrieben. Im Meer der Massen geht sie – bei Glück – vielleicht sogar unter. Aristoteles sagt, dass der Mensch nur in der Gemeinschaft glücklich wird. Wir brauchen Freunde. Dringend. Aber welche? Die von gestern oder die von heute?

Es ist sieben Uhr und ich beeile mich. Warten lassen will ich meine Verabredung nicht; meine Schuld, wenn ich die Zeiten vergesse. Die Zeit ohne mobiles Telefon, ohne WLAN und Satelliten, die unbemerkt über unsere Köpfe rasen. Die Welt ohne Telefonmasten, die Labyrinthe in die Landschaft schneiden und ohne Kabel, die sich an den Hälsen der Abhängigen entlang schlängeln. Keine Möglichkeit sich kurzfristig zu verspäten oder sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Was für eine Chance. Diese moderne Welt. Wir beobachten, schätzen ab mit unserer auditiven und visuellen Wahrnehmung. Unser Geist reflektiert das Wahrgenommene und bildet daraus das Gerüst der Entscheidung für Freundschaft, Liebe,

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Hass und Begehren. Das Gerüst lässt Vertrauen aufbauen und einstürzen. Augen lügen nicht. Doch in der virtuellen Pupille spiegeln sich lediglich schwarze Buchstaben wieder. Sie richten sich an mich, doch wie kann ich ihnen trauen?

Nach Nietzsche sind Worte Abbilder der Dinge, die uns umgeben. Real und virtuell. Wir verwenden sie mit dem Wissen, dass die Lüge unsere Wahrheit ist. Doch dieser Betrug betrügt uns in besänftigter Form, wenn wir unser Gegenüber dabei sehen und die Sprache des Körpers sich hinzugesellt.

In der Zeit des Web 2.0 hat Veränderung Vertrauen verändert. Wir publizieren; nicht nur die legitimierten Systeme unserer Herrschaft. So wird auch glaubhaft, was zuvor höchst kritisch betrachtet. Wir schließen Freundschaft über ein soziales Netzwerk. Meine Freunde. 284 an der Zahl. Ja, sogar Ansehen bekommt der, der möglichst viele hat. Soziophob ist einer mit 70. Hier meldet sich jeder zu Wort. Gibt es etwas zu berichten oder nicht. Das virtuelle Ich schreibt über Emotionen, Attraktionen und seine Toilettengänge. Wohl gelaunt lächelt ein Profilbild das andere an – falsch – mich, den Rezipient des Users X und wartet auf massenhafte ‚Likes’ und Kommentare. Freunde suchen, finden und zeigen ist heute. Freunde haben war gestern.

Freundschaft ist kein gemeinsames Abendessenkochen mehr, sie ist ein schmeichelnder Button geworden, den ich meinem virtuellen Profilgegenüber zukommen lasse, damit dieser – ganz freundschaftlich – Aufmerksamkeit erlangt. Freunde bedeuten Statuserhöhung. Anerkennung. Bewunderung. Kulturelles Kapital. Eigentlich Lächerlichkeit. Traurig für den, der 800 Freunde hat, denn er scheint die Bedeutung des ohnehin schon maßlos abgeänderten Begriffs wiederholt nicht verstanden zu haben. Im blühenden Labyrinth des „Gefallens“ verlaufen. Das virtuelle Ich ist allgegenwärtig, abrufbar; bei Tag und bei Nacht. Der Tod ist keine Hürde mehr. Also ist das Ziel der virtuelle Erhalt. Unsterblich, unvergessen. Zum Abschied meines abendlichen virtuellen Gesprächs mit meinem realen Freund gibt’s einen :-*. Ich spüre ihn nicht, ich höre ihn nicht. Ich fühle nicht, ob er ernst gemeint war, intensiv, lapidar oder provokant.Wozu hat der Mensch Phantasie. Suchen wir uns also eines davon aus und belassen es bei der ausgedachten Realität. Ich gebe ihm einen

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virtuellen

Kuss zurück und er gibt sich damit zufrieden. Er wohnt in Mailand, ich in München. Wie soll es auch anders funktionieren? Schon der traditionelle Brief war ein Mittel um die Distanz zu mindern, die Entfernung und die Entfremdung der Gemeinschaften aufzuhalten. Doch war eine Nachricht mit der persönlichen Schrift versehen, verschmiert bei tränenreichem Inhalt, bei höchst romantisch Veranlagten von Rosenblüten umgeben. Das Spiel der Sprache, die Inszenierung der einzelnen Worte wurde überaus wichtig genommen. Heute haben wir Arial Black und einen begrenzten Speicherplatz.So gehen Individualität, Nähe und Muße verloren und das Vertrauen leidet schwer; haben wir doch in Zeiten wie diesen ein wachsendes Problem mit den Sicherheitslöchern im Raumlosen bemerkt. Auf wen kann ich zählen, wem glauben, wenn da doch keiner ist, der mir Vertrauen suggerieren könnte. Dem Browser in die Augen zu blicken bereitet doch die ein oder andere unüberwindbare Schwierigkeit.

Kollektiviert und automatisiert schreiben wir uns in jeder Minute in ferne Länder, in andere Leben hinein. So sind wir bestens informiert gewappnet für die Angriffe, die unsere soziale Kompetenz auf die Probe stellen. Up-to-date wird erwartet um den Ansprüchen der Gesellschaft zu genügen. Was ist ein Brief verglichen zu einer 24 Stunden schnelleren E-Mail, die im Bruchteil einer Sekunde auf meinem Desktop erscheint? Zeitersparnis. Sind durch den Zeitmangel nicht auch schon ganze Beziehungen im Netz geschlossen und verlassen worden. Die Partnerbörsen warten nur darauf, bis man sie anklickt – nur um den möglichen Gefährten in der ganzen Selektionsmöglichkeit erst einmal zu verlieren, bevor man das nette, eingefrorene Lächeln nach fluchendem Zeigefingerrunterziehen auf dem Touchpad doch wieder entdeckt hat. Wo früher noch das Gefühl zählte, das glühend empor stieg, sobald man die Erwartete antraf, die Reaktion der Körper austestete, die Lippen kokett zusammenzog, da steht heute ein „Hallo. Ich bin…“. Die geschriebenen Worte können ebenso Auslöser für jegliche Emotionen sein, doch kann man in völlig verschiedenen

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Welten einen Moment gemeinsam genießen? In Harmonie, in Einklang. Es ist derselbe Augenblick, doch der eine sitzt bei Turandot und einem Glas Wein vor seinem ständigen Wegbegleiter; der andere bei einer Ladung Moskauer Wasser und Metal. Sie wollen das Selbe und bekommen völlig Differenziertes. Sie schreiben das Selbe und lesen es anders. Eine Beziehung kann man nicht lesen, man muss sie leben.

Doch treffen sich Mensch und Mensch im Weltlichen, in dem beide nach Äußerlichkeiten, dem ersten Blick eingeschätzt und behandelt werden können – ist die

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Frage nach der Unvoreingenommenheit unserer Welt nicht auszublenden. Die Schublade geht auf, das Individuum wandert in die Kollektivierung und – zu gemacht. Keine Zeit, die Kommode neu zu sortieren. Ist es nicht die Freiheit des Raumlosen sich unbegrenzt äußern zu dürfen, an der Informationsausschüttung zu partizipieren, um Teile der Flut selbst mitzulenken? Ist der Mensch oder das Netz der oder das Fremde, Geheimnisvolle? Kann ich den möglichen täuschenden Sprechblasen des virtuellen Freundes glauben schenken, ohne jemals in seine Augen gesehen zu haben, seine Art zu kennen oder soll ich den ebenso möglicherweise bewusst eingesetzten Worten meines Treffens trauen?

Wenn der Mensch im virtuellen Freund einen wahren Freund sieht, muss er sich mit Rückschlägen zufrieden stellen. Doch wenn er nicht ersetzt sondern hinzufügt kann der raumlose Raum eine zusätzliche Erweiterung ohne Aufgesetztheit, Verstellung oder Affektiertheit sein, der die soziale Beziehung auf unterschiedlichen Ebenen vorantreibt. Durch die kabellosen Leitungen und das menschliche Gegenüber. Nicht von altem oder neuem Freund ist hier die Rede, das Verschmelzen der alten und neuen Tradition bedeutet Fortschritt. Nicht schwarz oder weiß, nicht mit oder ohne. Das Nebeneinander, das Zusammen eins sein, das kann sich Freund nennen. Die virtuelle Realität mit dem real Virtuellen verbinden, bedeutet die Vergangenheit nicht übergehen und das Zukünftige nicht scheuen. Nur beides lässt mich meinem fremden Freund näher kommen.