Zwischen Asphalt und Äpfeln: Urban Gardening

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Ein bisschen Gemüse selbst angebaut, daneben ein paar Blumenbeete, vielleicht noch ein Gewächshaus – das kennt man doch von Omi, draußen auf dem Land! Denkste, denn Kartoffeln der Marke Eigenbau sind längst auch ein Stadt-Ding geworden. Was Ende des letzten Jahrhunderts begann, nennt sich heute „Urban Gardening“ und findet sich in Städten auf der ganzen Welt. Aber wie genau sieht das Gärtnern zwischen Asphalt und Betonmauern aus?

Die Ansprüche sind erst einmal nicht hoch: grundsätzlich kann jede Fläche „beackert“ werden, die z.B. als fader Grünstreifen an der Ampel ein tristes Dasein fristet und der Verschönerung bedarf. Auf Dachterrassen, auf Verkehrsinseln, in Körben und Tüten, in Eimern, die an Zäune gehängt werden… bepflanzt wird jedes Fleckchen, das es zulässt. Das viele Grau aus dem Alltag zu vertreiben ist dabei nur ein Ziel des Urban Gardening; dafür werden überall hübsch anzusehende Sonnenblumen und Veilchen gesetzt. Daneben bauen die Garten-Fans aber auch eigenes Gemüse an. Was zuerst nur nach einem schönen Zeitvertreib klingt, bietet auf einer sozialen und gesellschaftlichen Ebene aber noch viel mehr. Gemeinschaft spielt ebenso eine Rolle wie sein Bewusstsein zu schärfen für die Umwelt und das eigene Essen auf dem Teller. Natürlich ist der Eigenbau kostengünstiger als im Supermarkt Gemüse oder gar Fertiggerichte zu kaufen. Ein angenehmer Nebenpunkt. Aber wenn man stolz seine ersten eigenen Tomaten erntet, verändert das doch vor
allem auch das Verständnis für die Nahrungsmittelproduktion und den Blick auf die Natur. Das ist auch Ildi und Benni von der “Cityfarm Augsburg” wichtig. Landeier, Möchtegernweltverbesserer und leidenschaftliche Hobbygärtner nennen sich die beiden selbst. Die Zwei haben ein Konzept ausgearbeitet, das mehr bereit hält als ein bisschen Werkeln im Grünen. Auf der Cityfarm, ihrem Garten, bebauen, pflanzen und ernten die beiden gemeinsam mit vielen anderen Hobbygärtnern. Auch kleine Vorträge halten sie, um ihr Wissen und den Kern des Urban Gardening an Andere weiterzuvermitteln. Mit ihrer Jugendarbeit möchten Ildi und Benni das Verständnis von Städtern für die Herkunft und den Anbau von Obst und Gemüse verbessern. Wie typisch für „Urban Gardens“ steht dafür auch Ildis und Bennis Gartentürchen für jeden offen. Das städtische Buddeln und Säen ist eine gesellige Angelegenheit, die Gärten werden oft gemeinschaftlich genutzt.

So wird auf der Cityfarm also miteinander am großen Ganzen gearbeitet: eine Plattform auf- und auszubauen für alle, die vom Geist der Urban Gardening-Bewegung gepackt worden sind. Ildi und Benni bringen ihr Tun selbst auf den Punkt: „Die CityFarm bietet einen Anlaufpunkt für Naturerfahrung, Ökologie und Umweltbildung für alle, die sich Gedanken über ihre Lebensweise, Nahrung und Umwelt machen.“

Mehr Infos gibt es auf dem → Cityfarm-Blog.