Trash-Punk und globalisiertes Theater

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Vielleicht mag zu Zeiten Bertolt Brechts das Beste an Augsburg noch der Zug nach München gewesen sein – der Augsburger Dramatiker dürfte aber durchaus angetan sein, wenn er sehen könnte, was das Brechtfestival letzten Samstag ihm zu Ehren veranstaltet hat. Das Skript war bei der Langen Brechtnacht und hat Euch zwei Highlights herausgesucht: Während Bonaparte das gesittete Ambiente des Stadttheaters mit ihrem Trash-Punk aufmischte, waren Bluespots Productions mit einem außergewöhnlichen Projekt beschäftigt, das sich bis in die frühen Morgenstunden zog.

Anarchie im Großen Haus

Über eine Band, die im Jahr 2008 mit ihrem Debütalbum deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hat, und die es mit der üblichen Verzögerung in die kulturellen Peripherien des Landes verschlägt, wurde im Grunde bereits alles gesagt und geschrieben. Dass ihr Konzept des Trash-Punk – dessen ungeachtet – immer noch genauso funktioniert, wie zu Beginn ihrer Karriere, bestätigten sie mit ihrem Auftritt im Stadttheater Augsburg.

Die Tickets für das Konzert im ersten Haus am Platz waren restlos vergriffen und das Publikum harrte, gespannt wie ein kleines Kind vor Weihnachten, der Dinge, die da kommen würden. Im Vorfeld hatte man Einiges gehört von der Kombo, deren Namen niemand so recht auszusprechen wusste. Exzess, Revolte, Anarchie – der Band um Tobias Jundt eilt ihr Ruf als avantgardistisches Enfant terrible voraus: Wer ihre

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Konzerte besucht, weiß nie, was auf ihn zukommt, raunten die Besucher.

Aller Undeutbarkeit dieses popkulturellen Phänomens zum Trotz, konnte Entwarnung gegeben werden: Das totale Chaos blieb aus, das Theater steht noch, es wurde nichts zerstört, nichts verschmiert, nicht einmal etwas demoliert. Stattdessen bot die über die Jahre hinweg deutlich gereifte Band einen wohldosierten Mix aus dadaistischen Kostümen und Texten, garniert mit einem Schuss Sozialkritik, das Ganze unterlegt mit rustikalem Punk-Rock, Elektro-Versatzstücken und ihrer gewohnt-gefeierten Anti-Attitüde.

Nachdem das Publikum, angesichts der räumlichen Situation, seinen inneren Zwiespalt zwischen Eskalationswillen und sozialer Normierung zugunsten des Affekts, und mit ihm alle Hemmungen, über den Haufen geworfen hatte, gelang Bonaparte auch in Augsburg das, wofür man sie einfach lieben muss: Die von ihnen oft besungene Umwertung aller Werte, eine performative Grenzüberschreitung. Wenn eine Band im Stadttheater – dem Kulturbunker schlechthin – in absurden Kostümen zur Gemeinschftsgymnastik aufruft, das Publikum aus den roten Samtsitzen springt und sich in kollektiven Hüftrotationen ergeht, dann ist das ein deutliches Ausrufezeichen im Kulturkalender der Stadt. Es entstaubt die Sitze und eröffnet neue Perspektiven. Angesichts der provokanten Mischung aus Gesellschaftskritik, absurdem Theater und einem Hauch Punk-Revolte hätte Brecht genüsslich an seiner Zigarre gezogen und allen saturierten Theater-Abonnenten eine dicke Rauchwolke

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ins Gesicht geblasen. Bonaparte bewies: Das Chaos ist längst nicht aufgebraucht. Es ist die beste Zeit unseres Lebens.

Drei Länder, ein Stück

Die letzte Vorstellung von „Brecht High 3“ im Rahmen der Langen Brechtnacht ist für das Augsburger Publikum aus verschiedenen Gründen ein besonderes Ereignis. Ungewohnt ist zunächst

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die Uhrzeit – selbst noch so leidenschaftliche Theatergänger haben sich wohl erst äußerst selten um drei Uhr nachts zur Vorstellung
eingefunden. Zudem erhalten einige Zuschauer bereits im Foyer weiße Masken, die sie zu Statisten rekrutieren und ihnen erlauben, das Stück von der Bühne aus zu erleben.

Besonders interessant ist aber, dass Bertolt Brechts Lehrstück „Der Jasager“ nicht nur von einem, sondern gleich von drei Schauspielgruppen aufgeführt wird, und das in drei Ländern von drei verschiedenen Kontinenten, die beiden anderen jeweils per Livestream auf der Videoleinwand zugeschaltet.

Eine der drei Inszenierungen ist – wer hätte es gedacht – das Werk des Augsburger Theaterensembles Bluespots Productions. In Zusammenarbeit mit Schauspielgruppen in Osaka, Japan, und Chicago, USA, starten sie den Versuch, das Phänomen der Globalisierung auch auf das Theater auszuweiten. Daher die ungewöhnliche Uhrzeit: In den drei Aufführungen am 1. Februar findet jede einmal für eines der Länder um eine traditionelle Uhrzeit statt – und schließlich ist es in Chicago nun gerade acht Uhr abends.

Demnach hat auch die US-amerikanische Produktion Premiere und präsentiert Brechts Text in einer minimalistischen, von sentimentaler Live-Musik begleiteten Inszenierung. Die Handlung ist schnell erklärt: ein Junge nimmt gegen den Willen seines Lehrers an einer Expedition teil, um seiner kranken Mutter zu helfen. Von den Plagen der Reise geschwächt wird er krank und fällt der Gruppe zur Last. So wird er von seinen Kameraden dazu aufgefordert, ins Tal zu springen und sich damit zugunsten der Expedition zu opfern. Der Junge wird mit seinem angeblichen Einverständnis in seinen sicheren Tod gestürzt, die Expedition kann weitergehen – doch muss man wirklich bereit sein, sich für die Gruppe zu opfern?

Einen besonders interessanten Ansatz, das moralische Dilemma darzustellen, wagen anschließend Bluespots Productions in Augsburg. Hier verkörpern zwei Schauspieler gleichzeitig den Jungen. Arno Friedrich und Vlad Chiriac als Ja- beziehungsweise Neinsager demonstrieren die innere Spaltung des Protagonisten besonders eindrucksvoll. Und auch das Publikum ist Teil der Inszenierung. Die Zuschauer, denen man zu Beginn weiße Masken ausgeteilt hat, sitzen nun – der Uhrzeit entsprechend schon etwas übermüdet – auf der Bühne, nehmen die Rolle des Chors ein und werden zu einer Adaption der Elemente aus der griechischen Tragödie. Brechts Verfremdungs-Effekt funktioniert also nicht nur inhaltlich, sondern auch formell.

Dass auch eine japanische Schauspielgruppe an dem Projekt beteiligt war, ist nur nahe liegend. Schließlich basiert Brechts für Schulen konzipiertes Werk auf einem so genannten Nō-Theater-Stück, einer traditionelle japanischen Theatergattung. So bot die dritte Inszenierung die Möglichkeit, die Wurzeln dessen zu sehen, was Brecht übersetzt und in seiner Weise interpretiert hat. Bluespots-Regieassistent Martin de Crignis hatte für das Projekt eine weite Reise auf sich genommen – stolz wurde er im japanischen Livestream als deutscher Korrespondent präsentiert.

So fand die Lange Brechtnacht um fünf Uhr morgens mit einem internationalen Projekt und einem noch überraschend aufmerksamen Publikum einen runden Abschluss. Mit dem Brechtfestival und originellen Theaterprojekten geht es aber trotzdem weiter: Bluespots Productions präsentieren nächstes Wochenende im City Club ihre „Brecht Nacktrevue“ und das Brechtfestival winkt noch bis 10. Februar mit Poetry-Slams, Konzerten, Vorträgen und allem anderen, was das Herz des Brechtfans begehrt.