Kuchen wie bei Mama

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Sonntagmorgen: Egal ob nach einer durchzechten Nacht, einem anstrengenden Lernmarathon oder dem Kirchenbesuch, jetzt wollen alle erst mal frühstücken. Deshalb ist es auch schwer, überhaupt noch einen freien Platz im “Café am Milchberg” zu finden, denn hier geben sich die Gäste die Klinke in die Hand und es kann schon mal passieren, dass man einige Minuten auf einen Tisch warten muss. Das Warten lohnt sich aber und in der freundlichen Atmosphäre ist es selbstverständlich, dass die Tische geteilt werden. So kommt man nicht nur schneller zu seinem Frühstück, man lernt unter Umständen auch noch interessante Leute kennen, mit denen man sonst vielleicht nicht ins Gespräch gekommen wäre.

Das “Café am Milchberg” ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Ort. Es wird tagsüber von den Ulrichswerkstätten Augsburg betrieben und bietet Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung einen Arbeitsplatz. Pro Schicht arbeiten zwei bis vier Menschen mit Behinderung in dem Café. Unterstützt werden sie dabei von jeweils zwei Fachkräften aus dem Bereich Hotellerie oder Hauswirtschaft. Durch ein Praktikum werden die behinderten Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die Hauswirtschafterin Stefanie Steiner, die ebenfalls in dem Café

arbeitet, erklärt den Ablauf: „Das Praktikum dient dazu, den Neuen wichtige Grundfertigkeiten beizubringen, die sie brauchen, wenn sie in einem Café arbeiten wollen. Unser Café wird nämlich komplett in Eigenregie geführt, dazu gehören auch Aufgaben wie das richtige Putzen. Außerdem nehmen wir uns Zeit, um unsere Praktikanten richtig einzugewöhnen.“

In dem Café herrscht Wohlfühlatmosphäre, gestresste Kellner gibt es hier nicht. Stattdessen werden die Gäste

freundlich in Empfang genommen und liebevoll umsorgt. Das wissen auch die Besucher zu schätzen. „Das Café läuft sehr gut. In den letzten sechs Jahren konnten wir eine starke Steigerung der Besucherzahlen beobachten“, erzählt Steiner stolz. Und von der Oma bis zum Studenten kann man jeden als Gast im Café am Milchberg finden, auch das macht den Reiz dieses Ortes aus. Ein besonderes Zugpferd seien außerdem die selbstgebackenen Kuchen für die das Café berühmt ist. „Die schmecken wie bei Mama“ und hier ist das nicht einfach ein leerer Werbespruch, sondern ein Versprechen, das gehalten wird. Aber auch sonst lassen die wechselnden Mittagsgerichte und die kleine, aber feine Speisekarte keinen Wunsch offen – und das zu sehr fairen Preisen, bei denen das Studentenherz lacht.

Zur Homepage des Cafès kommt ihr → hier!