“Glaubst du man kann unschuldig herrschen?”

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In seinen Bann ziehend, zum Nachdenken – ausgezeichnet. Lust auf mehr?

Das Theater Augsburg zeigt derzeit seine Inszenierung von Sartres „Die schmutzigen Hände“. Es herrscht Krieg und Hugo (überzeugend gut gespielt von Ulrich Rechenbach), der als Intellektueller und Aristokrat abgestempelt ist, möchte nicht nur denken, sondern wirklich etwas verändern. Als eine radikale Gruppierung, für die Hugo als Zeitungsredakteur arbeitet, den Parteisekretär Hoederer (durch den großartigen Martin Herrmann verkörpert) zum Schweigen bringen möchte, sieht Hugo dies als einzige Möglichkeit sich unter Beweis zu stellen.
Man muss sich die Hände schmutzig machen, um etwas zu erreichen. Zusammen mit seiner unwissenden Frau Jessica (wunderbar gespielt von Sarah Bonitz) lässt er sich als Sekretär einschleusen. Doch aus der Nähe verliert die Maske, die er zur Strecke bringen soll, ihre Erstarrung und er ist fasziniert von dem außergewöhnlich realitätsnahen Hoederer, der es versteht, die Welt so sildenafil citrate 100mg zu sehen, wie sie ist. Erst als er Jessica an Hoederers Lippen erwischt bringt er seinen Gewissenskonflikt zum Stillstand und schießt. Ein politisches Verbrechen oder doch Mord aus zügelloser Eifersucht?

Hugo wird geschnappt und als seine Füße die wiedererlangte Freiheit betreten hat sich die politische Lage längst stabilisiert. Hoederer ist rehabilitiert. Ein Mord, den nun keiner mehr gebrauchen kann. Für den sich niemand mehr interessiert. Allein das Gewissen von Hugo. „Politik ist ein schmutziges Geschäft.“ Und daran cialiscoupon-freetrialrx.com hat sich auch seit 1948, dem Jahr der Uraufführung von Sartres Stück nichts geändert.

Berührend und aufschreckend. Voll von positiver Aufgewühltheit und innerlichem Tatendrang hört man zum letzten Mal einer Version von „bella ciao“. Nach minutenlangem Applaus ist man gewillt einfach sitzen zu bleiben um die Welt um sich herum aus dem inneren Auge zu reflektieren. Neu zu überdenken.
Neugierig?
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn gibt es für Studenten und unter 28-Jährige Restkarten für 9 Euro, die trotz alledem eine gute Sicht versprechen. Die Vorstellung ist ebenfalls im Theaterabo zu finden, das es für Studenten richtig preiswert gibt (Infos unter: www.theater-augsburg.de/content.php?nav=148&/Abonnement.html).
Also geht los. Und entdeckt euren Blick auf die Welt. Neu.
Am besten gleich diesen Freitag, den 23.11.2012 um 19.30Uhr im Großen Haus.

Weitere Termine:
05.12.2012 um 19.00Uhr
16.12.2012 um 19.30Uhr ebenfalls im Großen Haus.


Wir haben uns mit dem Dramaturg Tobias Vogt vom Theater Augsburg getroffen um über manches Warum und Wie zu sprechen.
Interview: Leonie Schäfer

Das Skript: Herr Vogt, Sie wissen, dass Sartres Werk „Die schmutzigen Hände“ inszeniert werden soll – wie geht es dann bei Ihnen weiter?

Tobias Vogt: Als Dramaturgen sind wir ja schon bei der Spielzeitplanung dabei. Das heißt, wir lesen verschiedene Stücke, machen Vorschläge und entscheiden gemeinsam mit dem Schauspieldirektor und der Intendantin, was wir inszenieren möchten. Sobald die Regie festgelegt ist beginnt man im Idealfall schon drei, vier Monate vor Probenbeginn die konzeptionelle Planung zu besprechen. Wie soll die Bühne aussehen? Wie soll das Stück besetzt werden? Was streicht man? Auf welche Figuren verzichtet man?
Bei den “schmutzigen Händen” ist früh die Entscheidung gefallen, dass zwei Schauspieler je drei Rollen spielen. Das beinflusst natürlich vieles. Unsere Regisseurin Heike Frank hat eine erste cialis coupon Strichfassung vorgenommen und danach haben wir zusammen an der Textfassung weiter gearbeitet.

Das Skript: Wie viel Vorbereitungszeit braucht man bis solch ein Stück aufgeführt werden kann?
Tobias Vogt: Im Februar müssen die Stücke, die aufgeführt werden sollen, feststehen, da ja im April oder Mai bereits das neue Programm erscheint. Die reine Probenzeit für die einzelnen Inszenierungen liegt im Normalfall bei sechs bis acht Wochen.

Das Skript: Wenn wir jetzt zum Stück selbst kommen: Die Inszenierung ist für mich eine Mischung aus klassischem und modernem Theater. Der Zuschauer wird immer wieder durch musikalische Einschübe zum Innehalten gezwungen. Vielleicht zum Aufschrecken, zum Reflektieren? Was wollen Sie damit bewirken?

Tobias Vogt: Dahinter steckt ja eine musikalische Idee, das alte italienische Partisanenlied „Bella ciao“ in verschiedenen Cover-Versionen. Grund dafür ist der revolutionäre Geist, den das Musikstück transportieren soll. Das war eine inhaltliche Anbindung, die wir aber äußerst spannend gefunden haben, da dieses
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Lied so unheimlich differenziert interpretiert worden ist und daher auch so unterschiedliche Stimmungen ausdrücken kann. Aber natürlich hat es auch die Funktion, dass man mal einen kleinen Moment verschnaufen kann.

Das Skript: Hugo, der als Aristokrat und Intellektueller abgestempelt ist, möchte durch seinen Tatendrang beweisen, dass auch er wirklich etwas verändern kann. Muss man sich denn ihrer Meinung nach die ‚Hände schmutzig machen’ um etwas zu erreichen?

Tobias Vogt: Hoederer bejaht das ja ganz klar. Doch wir haben cialis 20 mg 30 tablets es sehr spannend gefunden, genau diese Frage offen zu lassen. Natürlich denkt man auf der einen Seite: Ganz klar. Man free cialis coupon muss Handeln um etwas zu erreichen – dann macht man sich vielleicht auch die Hände schmutzig. Aber diese Frage hängt auch immer damit zusammen, was es überhaupt für einen selbst heißt, sich die Hände schmutzig zu machen, in welchem Bewusstsein so etwas stattfindet. Ich glaube, es ist immer ein Zwiespalt eine Entscheidung zu treffen, die jemand anderem nachteilig sein kann.

Das Skript: Haben Sie sich denn schon mal die Hände schmutzig gemacht?

Tobias Vogt: Nein. Also – ich hoffe nicht. Ich glaube ich kann meine Entscheidungen vertreten. (lacht)
Im Vorfeld haben wir ja auch Politiker zu diesem Thema befragt. Die einen haben gesagt: „Nein, natürlich nicht. Das ist nicht erlaubt in der Politik. Wir leben ja in einer Demokratie.“ Andere haben aber auch gemeint, dass es sich manchmal nicht vermeiden lässt, es aber noch schlimmer wäre, einfach gar nichts zu unternehmen. Das habe ich schon als einleuchtendes Argument empfunden. Vielleicht wäre Untätigkeit die viel schlimmere Haltung. Man hat eben auch schwierige Entscheidungen zu fällen.

Das Skript: Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet die Inszenierung als Polit-Drama. Auf was haben Sie ihr Hauptaugenmerk bei der Umsetzung von Sartres Werk gelegt?

Tobias Vogt: Wir haben versucht den Grundkonflikt dieses Stückes wiederzugeben, also zwei unterschiedliche Politikkonzepte, die aufeinanderprallen, so darzustellen, dass dieser Konflikt etwas Heutiges bekommt. Das es nicht nur eine Geschichte von vor fünfzig Jahren ist, sondern das die Frage, wie man Politik macht, canadian pharmacy generic viagra nach welchen Prinzipien, auch noch heute Relevanz hat. Die Regisseurin Heike Frank hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass man die Rolle von Hugo ernst nimmt. In der Rezeption ist es so, dass Hoederer immer ganz klar als die positivere Gestalt angesehen wird und Sartre selbst hat bei der Uraufführung 1948 gemeint, dass die Positionen neutral gehalten werden sollen. Er selbst hat sich aber nach und nach auf die Seite Hoederes geschlagen. Genau das haben wir versucht zu vermeiden. Natürlich ist Hugo manchmal zu fanatisch, aber er ist auch kompromisslos, was in der heutigen Zeit vielleicht manchmal fehlt. Ein Ideal zu haben, nach dem man strebt, finde ich persönlich sehr wichtig.

Vielen Dank Herr Vogt.
Photographie: Nik Schölzel
Zitat: aus Sartres Stück “Die schmutzigen Hände”