Die fromme Verführung – oder Heuchelei in Bestform

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Der klassische Heuchler, wie Molière ihn einst typisierte ist auch heute noch allgegenwärtig. Wo finden wir noch Moral? Das Land von Lug und Trug scheint sich immerfort auszubreiten. Darum hat jetzt auch Sigrid Herzog die Heuchelei wieder auf die Kulturbühne in Augsburg gebracht. Der Heuchler, neu inszeniert. Dabei ist er nicht gänzlich der Alte geblieben. In erfrischend moderner Sprache und minimalistischem, aber durchaus überzeugendem Bühnenbild gelingt es dem Theater-Ensemble Augsburg dem Rezipienten reinen Wein einzuschenken.

Orgon(Martin Herrmann, wie immer hervorragend) möchte der eigenen Familie keinen Glauben schenken. Er glaubt an den höchst frommen Gläubigen, Tartuffe (Marcus Calvin; zeigt sich gekonnt zweideutig). Wie kann er auch anders, bei dieser, seiner Familie, die in Überfluss badet, in der ewigen Lust des Lebens schwelgend. Selbst die Mutter des Hauses, Madame Pernelle (Eva Maria Keller) ist zutiefst enttäuscht über die Oberflächlichkeit und klammert sich an Tartuffe, als den Erlöser dieses Materialismus.

Das endlos lange, grüne Sofa wird gleich zu Beginn vor die Nase des Zuschauers gerückt, teure Bilder werden abgehängt; ihre Äquivalente an deren Stelle platziert. Dem anständigen Herrn des Hauses, Orgon missfällt was er sieht. Auch er sieht in Tartuffe den Ausweg, die Frömmigkeit höchstpersönlich; die Abstinenz von Materialismus und Habgier. Zurück in das Wissen um das Wahre, das Wirkliche. Aber gerade die verblendeten Konsumisten, also der Rest seiner Familie, sind es, die schnell das trügerische Spiel des asketischen Lügners hinterschauen.

Als Orgon dann seinen unüberlegten, schnell aufbrausenden Sohn Damis (Alexander Darkow) enterben möchte, da er seiner Beschuldigung, Tartuffe sei ein Heuchler, keinen glauben schenkt und daraufhin seine bereits verlobte Tochter mit Tartuffe verheiraten will ist das Familienidyll dahin. Dem Zuschauer drängt es nach Auflehnung, nach Gerechtigkeit. Die Familie aber schweigt, wo das Herz des Rezipienten aufschreit. Mariane (Sarah ordering medication online pharmacy Bonitz), Tochter Orgons, ist verzweifelt, doch da sie der Gewohnheit folgt, dem Vater zu gehorchen, verstummt auch sie sofort.

Wie gut, dass die überaus forsche und flotte Zofe Dorine dann spricht, aufzeigt und rebelliert, wenn der Rest fälschlicherweise, in Lethargie versunken, schweigt. Lucy Wirth konstruiert somit eine Nebenbühne, die anPräsenz nicht zu übertreffen ist. Als kecke Zofe nimmt sie das Publikum auf eine forsche, aber cialis usage tips bezaubernde Weise in Beschlag und viagraonline-4betterlife zwingt mit ihren inneren Monologen zum Überdenken des momentan Aufgenommenen. Mit ihrer altklugen Hornbrille und ihrer fast durchsichtigen, zugeknöpften Bluse ist sie der Gegensatz zu

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Emire (Judith Bohle, die in ihrer Rolle mehr als überzeugend anreizend

wirkt), Gattin Orgons, die mit ihrer positiven, aber harmonisch ruhigen Art versucht, das Gewirr zu entzerren. Als Emire den asketischen Tartuffe von dem Unsinn der Hochzeit mit ihrer Tochter überzeugen möchte, bemerkt – nicht nur – sie sein unverhohlenes Verlangen gegenüber ihr. Doch wieder ist es Dorine, die den Plan preis cialis der Überführung zu versvollständigen hat. Dorine ist die Brücke zwischen großbürgerlicher Etikette und resolutemPragmatismus des Proletariats. Doch nur Emire und Dorine in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit vereint, beenden das trügerische Spiel des Herrn des Heuchelns. Die Gattin überredet ihren does viagra make you bigger than normal Mann sich zu verstecken, um die wahre Gier Tartuffes zu entlarven. So schenkt sie dem spartanischen Meister des Ursprungs trügerischerweise ihr Herz und beweist mit dessen Begierde seine wahren Absichten. Vollkommen bestürzt möchte nun Orgon den Heuchler loswerden.

Da erinnert der personifizierte Lug und Trug an die Schenkung. In völliger Hingabe übergab der Herr des Hauses all seine materiellen Güter an Tartuffe – als Mitgift für die Heirat mit der Tochter. Spätestens jetzt ist das Ausmaß des voreiligen, zweifelsfreien Glaubens ersichtlich. Nicht Glauben – Wissen. Sigrid Herzog verschiebt das Ende Molières Komödie „Tartuffe“ (Uraufführung 1664) in ihrer Augsburger Inszenierung von einer königlichen Gerechtigkeit, die Tartuffe

ins Gefängnis zwingt zu einer kollektiven Zurechtweisung. Die Familie, in wahrer Wirklichkeit erneut vereint, schreitet zur Selbstjustiz und bringt den trügerischen Lügner um.

Das ist natürlich Grund genug für ausreichend Diskussionsbedarf. Und genau das ist ja auch Ziel des Dramaturgs Tobias Vogt. Die gekonnt ironischen Tanzeinlagen lockern die Thematik

und führen den Zuschauer zum Überdenken des Offensichtlichen. Am Ende ist es nicht der Verstand sondern die weibliche List und Verführungskunst, die den Verführer par excellence in die Gerechtigkeit zurück (ver-)führt.

In erfrischender Modernität gelingt es Sigrid Herzog, die schon bei den Münchner Kammerspielen, in Toronto und Wien großartige Inszenierungen vollführte, der Heuchelei einen Strich durch die trügerische Rechnung zu machen und sie in gleicher weise auf die heutige Zeit zu übertragen.

Eine gelungene, teils sildenafil online grotesk anmutende Szenerie ruft auch heute noch eine gewisse Polemik hervor, die ganz im

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Sinne Molièrs steht. Nicht grundlos verführte das Theater-Ensemble die Rezipienten zu wahrer Begeisterung bei deren Premiere am 26.November.

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